
GARDEZ
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EHEC+Anm. zu Hygiene+Keimübertragung Der gefährliche EHEC-Erreger, an dem seit Anfang Mai 2011 inzwischen bundesweit 39 Menschen verstorben sind sorgt weiter für Furore. Nachgewiesen wurde er bereits in Sprossen, für Gurken, Tomaten und Salat gab es Entwarnung, was den Gurkenbauern nun nichts mehr nützt, da bereits die gesamte Ernte vernichtet werden mußte. Nun sind die Bakterien des hochgefährlichen Erregertyps auch in einem Bach bei Frankfurt gefunden worden und es steht zudem fest, dass eine Übertragung des EHEC-Erregers vom Menschen auf Lebensmittel möglich ist, da eine mit diesem Keim infizierte Partyservice-Mitarbeiterin dieses Bakterium bei einer Familienfeier auf das Essen übertragen hat.
Wie kann so etwas passieren?
Eigentlich sollten in der Lebensmittelbranche grundsätzlich Einmalhandschuhe getragen werden von Personen, die direkt mit Speisen in Kontakt kommen. Diese Catering-Mitarbeiterin, die Partyröllchen & Co zubereitet hat, ist selbt nicht ernstlich erkrankt an diesem Bakterium, obwohl sie damit infiziert ist/war. Vielleicht hat sie sich zwar schlapp gefühlt, ging aber dennoch zur Arbeit, weil sie Angst hatte, ihren Job zu verlieren? Da dieser Keim auch beim Menschen sich im Darm ansiedelt, kann es möglich sein, dass diese Mitarbeiterin ihre Notdurft unter Zeitdruck verrichten mußte und sich deshalb die Hände nicht gewaschen hat oder die Latexhandschuhe nicht gewechselt hat, da darunter die Haut bereits nach einer halben Stunde aufquillt und feucht bleibt und man neue Handschuhe nur mit Mühe und Zeitverlust überstreifen kann.
Genausogut können Servicekräfte in der Gastronomie auch Pneumokokken übertragen, wenn sie über die hochgestapelten Speiseteller auf ihren Armen niesen oder husten, da sie ja in der zweiten Hand auch einen Teller haben und somit keine Hand frei haben, um sich ein Tempo aus der Hosentasche zu ziehen oder ein Knöpfchen des Hemdkragens zu öffnen, um darunter abzuhusten. Köche haben weiße Wäsche, wobei man sich beim Supperühren auch mal in die Armbeuge husten kann. Mundschutz zu tragen wäre gerade bei einem Koch doch übertrieben, doch heutzutage kann sich kaum jemand mehr leisten, bei schwerer Erkältung sich zuhause auszukurieren, selbst TV-Moderatoren sprachen mehrfach einige Tage eine Oktav tiefer und sollen wohl Vorbild für die Nation sein.
Nun gibt es in der Nahrungsmittelbranche ja Richtlinien und eine Bäckereiangestellte muss sich ihr Gesundheitszeugnis in bestimmten Abständen immer wieder erneuern lassen, das gilt genauso beim Gaststättenpersonal. Allerdings sind damit Kosten verbunden. Meine Tochter zahlte vor 5 Jahren um die 70 Euro für diesen Unbedenklichkeitsnachweis, damit sie ihren Ferienjob als Kuchenverkäuferin überhaupt antreten konnte. Doch als sie als Studentin in einem Bistro in Heidelberg jobben wollte, fragte der Chef nicht nach einem solchen Papier und ließ sie sogleich 3 Tage (unentgeltlich!!!) zur ?Probe arbeiten?, sprich, sie arbeitete als Bedienung und hätte in dieser Zeit sämtliche Bakterien und Viren aufs Essen vertreuen können. Abgesehen davon ist es eine Frechheit, dass dieser Cheffe nur eine reguläre Bedienung eingestellt hat und alles andere so abwickelt, dass er dauerhaft StudentInnen Probe arbeiten läßt und diese nicht mal das Trinkgeld behalten dürfen!!! Ich habe meiner Tochter verboten, dort zu arbeiten, hätte den Typen anzeigen sollen...Meine andere Tochter jobbte neben ihrem Studium stundenweise in einem griechischen Restaurant als Aushilfe im Servicebereich und der Küche und mußte auch keine Bescheinigung vorzeigen, dass sie gesund sei. Der Hammer aber ist, dass sie während ihrer vierteljährlichen Arbeitslosigkeit vom Jobcenter der Arbeitsagentur an die AWO vermittelt wurde als 1-Euro-Jobberin. Dort hat sie 3 Monate lang in einer neu eröffneten KITA den Kleinkindern und Säuglingen (ab 36 Monaten) angeliefertes Essen einer Großküche aufbereiten müssen, sprich auf 70 Grad Celsius erhitzen...aber beim Folien entfernen und Essen servieren oder beim Obst schälen ist eine Keimübertragung ohne Handschuhe und Mundschutz dennoch möglich, da auch sie kein ärztliches Gesundheitszeugnis abgeben mußte.Warum wohl? Weil die Kosten zu Lasten der AWO oder der Arbeitsagentur gegangen wären.
Nach dem Tod etlicher Menschen durch EHEC wird in der Presse die Hygiene in der Küche und generell angemahnt (auf einem Putzschwamm oder auch dem Keyboard des PC´s tummelten sich mehr Bakterien als auf der Toilettenschüssel...). Vielleicht wäre es besser, dass das Gesundheitsministerium bei den Kulturministern der Länder dafür plädiert, bereits Grundschülern einige Schulstunden in Hygiene zu unterreichten? Damit diese wissen, dass Bakterien durch Händewaschen mit Wasser zu ca. 80% abgewaschen werden und mit Seife die Hände nahezu keimarm gewaschen sind und dass Viren mit Wasser und Seife leider nicht abgetötet werden können... wann und wie Desinfektionsmittel eingesetzt werden sollen, dass Wäsche erst ab 60 Grad bakterienarm ist und Unterwäsche auf 40 Grad gewaschen noch Keime enthalten können oder wie man sich in Bädern und Schuhgeschäften mit Fußpilz anstecken kann...usw. Dass jedermanns Verhalten dazu beiträgt, ob sich Keime ausbreiten oder nicht, spric, dass man nicht in der Öffentlichkeit Menschen anhustet und seine Erreger somit weitergibt....usw. Und es wäre schön, wenn man auch Negativbeispiele aufzeigte, z. B. amerikanische Filmausschnitte zeigt, wo so oft jemand um die Häuser zieht, Hunde streichelt, in die Telefonzelle geht, mit der U-Bahn fährt, nach dem Kino aufs Pissoir geht und dann die Haustür aufschließt und der erste Gang der zum Kühlschrank ist, wo sofort die Milschflasche gegrabscht wird und aus dieser direkt getrunken wird....sieht ja so cool aus...
Europaweit werden für Praxen Hygieneseminare abgehalten zur Erlangung der Sachkenntnis gemäß §4 der MPBetreibV (von der Raumhygiene bis hin zum persönlichen Schutz alle rechtlichen wie mikrobiologischen Grundlagen, um eine Keimverschleppung zu verhindern) - warum wird das nicht auch für den Nahrungsmittelbereich gefordert? Was mir teilweise an neuen EU-Verordungen übertrieben erscheint, ist, dass es 100 Jahre lang ausreichte, das Praxis- und OP-Instrumentarium 90 Minuten lang auf 180 Grad in verschlossenen Metallboxen in den Sterilisator zu tun... und ...nun soll es eingeschweißt werden, bevor es dampfsterilisiert wird. Viel wichtiger fände ich, dass jedes Schuhgeschäft verpflichtet würde, täglich die Anprobe-Schuhe zu desinfizieren in einem 400 Euro teuren Klenz-Gerät und barfüßig keine Anprobe mehr gestattet würde (diese zur Verfügung gestellten Nylonsöckchen sind die reinste Infektionsquelle, wenn sie wiederverwendet werden, da Fußpilzsporen sich 14 Tage lang darauf halten). Auch die Desinfektionssprühanlagen (gegen Dornwarzenviren und Pilzerreger) für die Füße in Schwimmbädern sind meist nur noch mit Wasser befüllt, da es den Betreibern schlicht zu teuer geworden ist, denn diese speziell wirkenden Desinfektionsmittel sind verdammt teuer. Vor 5 Jahren hatten noch 36% der dt. Bevölkerung Fußpilz, es sind nicht weniger, sondern mehr geworden, genaue Zahlen habe ich momentan nicht parat. Aber wer interessiert sich schon für seine Fußgesundheit? |
17.03.12 08:41:30 |
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